Musica da camera, da chiesa  

Alessandro Stradella
Agostino Steffani
Giovanni Battista Pergolesi
Antonio Vivaldi

Musica da camera, da chiesa
Béatrice Pary, Alt
Vincent de Meester, Dirigent

Ensemble baroque Les Indes Galantes, Orchester

VOL BL 704

Preis für eine CD : 7.90 €


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Alessandro Stradella
01. Symphonia (2:18) 0.49
02. Récit : Da cuspide ferate (1:33) 0.49
03. Già compito è de tormenti (6:51) 0.49
04. Così conchiude al suo morir (1:38) 0.49
Agostino Steffani
05. Symphonia (2:18) 0.49
06. Récit : Il piu felice (0:45) 0.49
07. Moro si (1:55) 0.49
08. Récit : Ma se da un si, da un no (0:28) 0.49
09. Cosi dubbia e ria procella (2:48) 0.49
Giovanni Battista Pergolesi
10. Salve Regina (3:54) 0.49
11. Ad te clamamus (0:54) 0.49
12. Ad te suspiramus (3:19) 0.49
13. Eja ergo advocata nostra (1:23) 0.49
14. Et Jesum benedictum fructum (2:09) 0.49
15. O clemens, o pia (1:28) 0.49
Antonio Vivaldi
16. Longe mala, umbrae, terrores (5:38) 0.49
17. Récit : Recedite, nubes et fulgura (0:32) 0.49
18. Descende, o coeli ros (6:27) 0.49
19. Alleluia (2:23) 0.49
20. Récit : Cessate (1:50) 0.49
21. Ah, ch’infelice sempre (5:04) 0.49
22. Récit : A voi dunque, ricorro (1:10) 0.49
23. Nell’orrido albergo (3:23) 0.49

Spielzeit 1:02:40

Ensemble baroque Les Indes Galantes director: Vincent de Meester

Musik für Kammer und Kirche

Nachdem Italien zu einer beispiellosen Entwicklung der Malerei beigetragen hatte, wurden überall Kathedralen, Kirchen, Paläste und Kloster errichtet und so die Archtitektur und Bildhauerei zu neuer Blüte getrieben... doch zu Beginn des 17. Jahrhunderts ruhte sich das Land auf den Schätzen aus, die es der Welt geschenkt hatte. AUf wunderbare Weise folgte der stürmischen Entwicklung der Bildhauerkunst, dessen wesentlicher Teil in der Zeit vor 1600 stattfand, eine glanzvolle musikalische Schöpfung. Hier sieht man, wie der Schönheitswahnsinn, der in einer Art Rausch von den Florentinern, Venezianern und Römern kultiviert wurde, sich verschiebt und eine andere Ausdrucksform findet: Venedig und Neapel fangen an, Opernhäuser zu bauen, ganz wie sie vordem Kirchen bauten und man findet Geschmack an Sonaten, wie man früher Staffeleibilder bestellt hatte.

Alles, was der Barock liebt, sagt sich besser in der Musik als in den räumlichen Künsten. Und dies, weil der Barock nicht nur die Kunst des Bogens und Gegenbogens ist, wie man glaubt: sondern er ist zunächst die Kunst des Bewegten, Geschehenden, Fliehenden. Es ist die Kunst, welche die Spiegelung der Sache vorzieht und sich am Spiel mit den Spiegelungen ergötzt, angezogen vom Zweideutigen, von der Metamorphose, der Vielheit, vom Unfassbaren und vom Kontrast. Die Musik bewegt sich in der Zeit. Sobald sie erfasst ist, vergeht sie schon wieder. Sie berührt kurz den Geist und verschwindet. Sie ist die Kunst der Bewegung. Und so ersetzt das Bühnenbild im Theater die Architektur, das Spiel der Akteure die Standbilder, die Trompe-l'oeil-Dekoration die Skulptur, der Gesang die Poesie. Auf diese Weise brachte der das siebzehnte Jahrhundert in Italien die Oper hervor. Die Oper, sowie ihre erste Tochter, die Kantate, wurden geboren und entwickelt im genialen Werk Monteverdis. Kaum erblüht es, beginnt dieses neue Genre sich schon auszubreiten, und überzieht sozusagen das gesamte kulturelle Leben einer Gesellschaft, etwa wie es das Kino im 20. Jahrhundert tat. Um der Nachfrage des Publikums zu genügen, entfalteten die Komponisten eine Produktivität, die jedes Vorstellungsvermögen überschreitet. Der Einfluss ist so gross, dass er auch die geistliche Musik der Motetten berührt, indem er ein ehemals mehr innerliches Empfinden in spektakuläre oder sinnliche Darstellung der Stimme umwandelt. Die Motette für eine Stimme mit Streichern ist zwar im Italien des siebzehnten Jahhunderts eine den Musikern noch ungewöhnliche Form, doch wird ihr ein grosser Aufschwung beschieden sein.