Federico Mompou, Chants magiques  


Divertissement - Classique à la provençale

Chantal De Zeeuw, Orgel
Maurice Guis, Schwegel, Trommelflöte, Drehleiter


VOL IC 214

Preis für eine CD : 4.90 €


Alle Spuren vorhören :

Spur, Titel Vorhören Warenkorb
J. Bodin de Boismortier
Sonate op.27, n°2
01. Allemande (1:39) 0.49
02. Courante (1:19) 0.49
03. Rondeau (1:08) 0.49
04. Gigue (1:23) 0.49
 
Arnaud
05. La chasse (2:21) 0.49
 
Delalande
06. Symphonie de Noëls "Où s’en vont ces gais bergers" (4:09) 0.49
 
Haydn
07. 5 pièces pour pendule à musique (5:58) 0.49
 
N. Chédeville le Cadet
Les amusements de Bellone
08. Les plaisirs de Mars (1:34) 0.49
09. Henry IV (1:33) 0.49
10. Les Houzarts (2:10) 0.49
 
James Hook
Sonata
11. Allegretto (2:39) 0.49
12. Andante grazioso (1:37) 0.49
13. Menuet (1:53) 0.49
14. Rondo allegro (2:10) 0.49
 
anonyme XVIIIe s.
15. Il faut à la rose, romance (2:15) 0.49
 
Thoinot Arbeau
L’Orchésographie (1496)
16. Basse danse "Jouyssance vous donneray" (1:59) 0.49
 
Mozart
Trio
17. Allegro (1:12) 0.49
18. Minuetto (1:57) 0.49
19. Andante (1:55) 0.49
20. Allegro (0:58) 0.49
 
anonyme XVIIIe s.
21. Andante (2:23) 0.49
 
Lemarchand
22. Brillantes fleurs (3:01) 0.49
 
M. Pesenti
23. 5 danses (4:49) 0.49
 
Doche
24. Ouverture de Fanchon la Vielleuse (4:34) 0.49

Spielzeit 56:39

Divertissement - Classique à la provençale

Auf provençalische Art... haben Sie gesagt? Befinden wir uns mit Boismortier, Haydn oder Mozart nicht genau im Gegensatz zu einer besonderen regionalen Musik? Und dennoch... Das typische Instrument der Provence - eine Flöte mit drei Löchern, die heute "Galoubet" genannt und (meist) von einer großen Trommel begleitet wird, gewährt uns einige kuriose Einsichten in die Beziehungen der volkstümlichen Milieus der Provence zur Musik.

Die Provence hat als Ort der Begegnung verschiedener Zivilisationen das Paradox kultiviert, ein offenes Land zu sein und zugleich eine starke regionale Identität zu entwickeln. Insofern nahm sie bereitwillig Musik aus anderen Gegenden auf, auch wenn es sich um durchaus "ernste" Musik handelte, nicht jedoch ohne ihr einen besonderen Ausdruck zu geben - man wird sagen : eine entschiedene Gangart, Klarheit... Und so haben die "Tambourinaires (Flöten-Trommler)" der Provence seit je her die "Klassiker" angenommen, ob sie national oder international waren, und sie nach ihrem eigenen Geschmack arrangiert. Sie haben Lully gespielt, Rameau, Mozart und Devienne, Grettry und Boïeldieu, Weber und Rossini, Verdi, Gounod, Bizet.... um nur einige zu nennen. Wir dürfen auch nicht vergessen, dass die "Tambourin-Flöte" die Salons der Pariser Aristokratie gekannt hat und dass sie dort ein virtuoses und "galantes" Repertoire erworben hat. Wir haben es hier also mit einer wirklichen volkstümlichen Tradition zu tun. Wer allerdings nur das Pittoreske schätzt wird in diesem Programm vielleicht frustriert, nicht jedoch der Musiker, der dabei ganz auf seine Kosten kommt. Man wird sich also nicht darüber wundern, daß die vorliegende Aufnahme anderen "klassischen" Aufnahmen durchaus ähnelt, - sie lässt indes keinerlei Zweifel über ihre kulturelle Identität aufkommen.

Wir sollten noch hinzufügen, dass die "Flöten-Trommler", auch wegen deren Repertoires sich gern anderen Instrumenten anschlossen - Cembalo, Bratsche, Fagott, Violine, Orgel und später sogar Klavier und Orchester. Die Salon-Orgel, welche Pierre Rochas in seinem Stadthaus in Brignoles gebaut hat, eignete sich durch ihre besonders reichen und verschiedenartigen Klangfarben vorzüglich für dieses Programm, das zugleich leicht und doch "ernst" ist und größtenteils Musik des 18. Jahrhunderts aufgreift, - übrigens ein goldenes Jahrhundert für die "ländlichen" Instrumente.

INSTRUMENTE

Die harmonisierte Flöte (Schwegel) mit nur drei Löchern, die im Mittelalter und der Renaissance in ganz Europa weit verbreitet war, wird heute noch in verschiedenen Ausführungen in Portugal, Spanien, England, im Baskenland und in der Provence gespielt.

Die freie Hand begleitet die Flöte mit Schlägen auf eine Trommel (eine Trommel mit Fell oder mit Saiten).

In dieser Aufnahme werden drei Typen von "Flöten mit drei Löchern" verwendet: a) ein provenzalisches Galoubet, ein Model in "a", das von André Fabre geschaffen wurde.

Flöte (Schwegel)

Es wird von einer Trommel mit Fell begleitet, die traditionell in Nussbaumholz geschnitzt und die so zusammengesetzt wird, dass sie einen anhaltenden Ton ähnlich dem Bordun (der Orgel) hervorbringt - der einen ganz besonderen Effekt erzielt.

b) eine barocke "Trommelflöte", die auch André Fabre zu verdanken ist. Tonumfang und die Klangfarbe dieses Instruments unterscheiden sich klar vom traditionellen provenzalischen Galoubet.

c) Eine "große Flöte" (grand flûtet) aus dem späten Mittelalter und 14. Jahrhundert, die größer ist und also auch eine wesentlich tiefere Stimmlage hat. Sie wurde vom Flötenhersteller Antoine (Orgon) nachgebaut. Sie wird von einer kleineren Trommel in höherer Stimmlage begleitet.

Bei der Drehleier handelt es sich um um ein "champenois" (aus der Champagne) genanntes Modell des 17. Jahrhunderts, das Jean Ribouillot rekonstruiert hat.

Die in dieser Aufnahme benutzte Orgel wurde in den 60er Jahren von Pierre Rochas gebaut und in barocker Ästhetik harmonisert. Dieses bedeutende Saloninstrument (46 Register, drei Klaviaturen) eignet sich durch seine ungleiche Temperierung besonders zur Begleitung der Galoubets. Hierzu wurde eine Reihe von Einzelregistern wie Borduns, Flöten, Regale, "Petits principaux" ausgewählt. Die Galoubets wurden zu diesem Anlass speziell von André Fabre gebaut und harmonisiert.