Nadia Boulanger

Nadia Boulanger



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(1887-1979)

Nadia Boulanger begann im Alter von neun Jahren bei ihrem Vater Orgel und Komposition zu erlernen. Der Komponist, Dirigent und Gesangslehrer Ernest Boulanger (1815-1900) ließ sie in der Folge von Louis Vierne unterrichten und ins Pariser Konservatorium einschreiben. Sie war eine brilliante Schülerin und erhielt 1904, im Alter von sechzehn Jahren die ersten Preise in Orgel, Begleitung und Komposition. Sie gewann 1908 einen zweiten großen Prix de Rome in Komposition. Nadia Boulanger war 1903 stellvertretende Organistin für Gabriel Fauré an der Orgel der Eglise de la Madeleine. Wie Mel Bonis, besaß auch sie in ihrem Appartement in der Rue Ballu eine Mutin-Cavaillé Orgel.

Der berühmte Pianist Raoul Pugno (1852-1914) hatte sich für Nadia Boulanger eingesetzt und unter ihrer Leitung ihre Rhapsodie variée für Klavier und Orchester interpretiert. Auch hatte er mit ihr gemeinsam eine Reihe von Werken komponiert, wie der wunderbare Liederzyklus der Hellen Stunden (Heures claires). Nach seinem Tode komponierte Nadia Boulangers immer weniger und widmete sich der Pädagogik, Orchesterleitung und der Verbreitung des Werks ihrer Schwester Lili (1893-1913). Sie wurde eine der berühmtesten Kompositionslehrer des zwanzigsten Jahrhunderts. Mehrere Generationen amerikanischer Komponisten zählten zu ihren Schülern.