Charles Martin Loeffler

Charles Martin Loeffler



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(1861-1935)

Charles (Karl) Martin Loeffler wird 1861 in Berlin geboren. Sein Vater ist als Ingenieur (und zugleich als Schriftsteller unter dem Namen Tornow) viel beruflich im Ausland unterwegs. Die Familie beglei-tet ihn nach Russland, Ungarn, in die Schweiz und gelangt 1879 schliesslich nach Paris. Um das Jahr 1870 beginnt Charles Loeffler in Russland Violinunter-richt zu nehmen und entscheidet im Alter von 13 Jahren, professioneller Musiker zu werden. Er studiert an der Hochschule in Berlin bei dem berühmten Violonisten Joachim und beginnt bei Woldemar Bargiel, dem Halbbruder Clara Schu-manns, seine Ausbildung in Komposition.

In Paris arbeitet er mit dem namhaften Violonisten Lambert Massard, und studiert Komposition mit Ernest Giraud (der auch Lehrer von Debussy, Pierne, Mel Bonis und anderen war).

Da sein Vater unter dem Bismarck-Regime aufgrund seiner politischen Über-zeugungen immer stärker verfolgt wird, gibt sich Loeffler nun als in Mulhouse geborener Franzose aus und verstärkt seine definitive Bindung an die französische Kultur und Sprache.

Er spielt einige Zeit in verschiedenen Orchestern (z.B. Pasdeloup) in Paris und siedelt sodann in die USA über, wo die berufliche Situation der Musiker bedeutend vorteilhafter ist als in Europa und wird dort 1887 naturalisiert. Zunächst spielt er im Damrosch-Orchester in New York ; 1882 lässt er sich in Boston nieder, wo er zweiter Soloviolonist des Boston Symphony Orchestra wird, eine der besten Formationen der USA, und verschafft sich sehr bald Anerkennung unter seinesgleichen.

16 Jahre hält er diese Position inne, während er schon zu komponieren beginnt und häufig Reisen nach Europa unternimmt. Seine Musik wird oft in Amerika gespielt, sehr viel seltener auf dem alten Kontinent.

Charles Loeffler ist mit verschiedenen französischen Musikern freundschaftlich verbunden. Er hilft seinem Freund Gabriel Fauré finanziell, der nach seinem Ausscheiden von der Direktion des Pariser Konservatoriums in materielle Schwierigkeiten gerät. Fauré widmet ihm zum Dank seine zweite Sonate für Cello und Klavier und schenkt ihm Manuskripte. 1903 entscheidet sich Loeffler ganz für das Komponieren, verlässt das Or-chester, verbringt ein Jahr in Paris und zieht sich dann nach Massachsetts zurück, wo er einen Bauernhof mit Pferden besitzt und bis zu seinem Tode im Jahre 1935 bleibt. Neben dem Komponieren nimmt Charles Loeffler am aktiv am amerikanischen Musikleben teil ; so ist er Direktionsmitglied der Bostoner Oper und Mitbegründer der Julliard School in New York im Jahre 1924.

Sein Werk ist beeindruckend durch Umfang, Verschiedenartigkeit und mu-sikalische Qualität. Loeffler ist Kosmopolit durch seine Reisen, seine Vorlieben, doch geprägt hat ihn vor allem die französische Musik und Literatur - er kannte sie sehr gut -, aber natürlich nimmt er auch Einflüsse aus Deutschland, Russland, Ungarn, Irland, Spanien auf, und sogar von der amerikanischen Volksmusik. Mit starker Persönlichkeit komponiert er für alle musikalischen Gattungen : Oper, Symphonische Musik, Kammermusik, Chormusik, Lieder, Instrumental-Ensembles,

in denen er auf ungewöhnliche Kombinationen zurückgreift

(mit z.B. Saxophon, oder mit viole d’amour, Mundharmonica, oder Glocken...), und oft mit Neuerungen in Harmonien oder Klangfarben. Als letzten Beweis seiner Liebe für Frankreich hinterliess er dem Pariser Konservatorium und der Académie Française seinen Nachlass..